Ausschnitte aus der Geschichte des SV 1919 Castellaun

Die Ersten Jahre:

1919: Die Wirren des 1. Weltkrieges klingen ab, das Vereins- und Gesellschaftsleben beginnt wieder. Die bereits bestehenden Vereine, Schützenverein und Turnverein, können ihre Tätigkeit wieder aufnehmen und junge Kastellauner Bürger gründen im Juni 1919 einen Sportverein, der sich vorerst nur dem Fußballspiel widmet. 

 

In die gleiche Zeit fällt die Gründung des „Westdeutschen Spielverbandes“ und der eben gegründete Sportverein schließt sich dem Verband an und zwar in dessen Untergruppe „Gau Hunsrück“. Es wird ein Spielbetrieb mit einer 1. Seniorenmannschaft aufgenommen, kurze Zeit später auch eine 2. Seniorenmannschaft beschäftigt. 

 

Die verantwortlichen Männer – der erste Vorstand setzt sich zusammen aus Herrn Peter Orth (1. Vorsitzender), Herrn Jakob Lauxen (Schriftführer) und Herrn Josef Hillesheim (Kassierer) – erkannten jedoch, dass der Aufbau des Vereins nur über eine nutzbringende Tätigkeit in der Jugendarbeit möglich ist.  Man kannte zur damaligen Zeit noch keine altersmäßig zusammengestellten Jugendmannschaften, und so nahm eine Jugendmannschaft den Spielbetrieb auf.  Einen regen Auftrieb erhält der Verein, als am 14. Februar 1922 der ehemalige Postmeister Wilhelm Dohm als 1. Vorsitzender die Geschicke des Vereins in seine Hände nimmt. Mit Ihm zu nennen sind auch als Vorstandsmitglieder der Jahre nach 1922 die Herren Ernst Herminghaus und der ehemalige Amtsrentmeister Aloys Pörsch. Letzterer war es, der zu Beginn des Jahres 1924 an die fußballtreibenden Vereine in Simmern und Kirchberg schreibt, man habe in Erfahrung gebracht, dass in Städten auch Schüler in einer organisierten Mannschaft Fußball spielen würden und man sollte dies doch auch einmal auf dem Hunsrück ausprobieren. Kastellaun hatte bereits eine Schülermannschaft zusammengestellt und der Erfolg war vielversprechend: nicht nur Simmern und Kirchberg begannen das Fußballspiel mit einer Schülermannschaft, auch kleinere Orte der Umgebung schlossen sich an.  

 

In das Jahr 1924 fällt auch die Aufnahme einer weiteren Sportart und zwar die Leichtathletik. Diese wird besonders von den Schülern und Jugendlichen des Vereins ausgeübt, hierbei ist der bis in die dreißiger Jahre erfolgreichste Leichtathlet des Sportvereins zu nennen ist, Herr Hans Graeff aus Kastellaun.

 

An Ehrenmitglieder sind zu verzeichnen die Herren:

  • Adolf Palm - besondere Verdienste als Vereinsgründer und Förderer
  • Peter Orth - besondere Verdienste als 1. Vorsitzender des Vereins
  • Karl Mangold - besondere Verdienste als „qualifizierter Spielführer der  1. Mannschaft“ und                                      Werber für den Verein.

Die ersten Jahre des Vereins verliefen ohne besondere Höhepunkte. Leistungsmäßig hielten sich die spielenden Mannschaften im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten, es wurde eben Wert auf die Betätigung aller Sportbegeisterten gelegt. 

 

Das Jahr 1929 bringt nun den ersten Höhepunkt im Vereinsleben des Sportvereins. Es ist das 10. Gausportfest des Westdeutschen Spielverbandes Gau Hunsrück. Ausrichter ist der SVC 1919 und das Sportfest wird verbunden mit dem 10jährigen Bestehen des Vereins und des Westdeutschen Spielverbandes. Bemerkt sei hier, dass zu dieser Zeit der Gauobmann des Gaues Hunsrück ein Mitglied des SVC 1919, Herr Ernst Herminghaus, war.  Waren die bisher vorhandenen Aufzeichnungen recht spärlich, so liegen für die nach 1930 kommenden Jahre kaum Schriftstücke vor. Der Verein wurde immer noch geführt von dem im Jahr 1922 gewählten  1. Vorsitzenden Herrn Dohm.  

 

Der sogenannten „Gleichschaltung“ fiel dann im Jahre 1933 auch der Sportverein zum Opfer. Es lässt sich feststellen, dass die 1. Mannschaft des SVC 1919 ihr letztes Spiel im Sommer 1933 gegen Urbar (4:4) austrug. Ab dem Sommer 1933 ruhte das Vereinsgeschehen, im Herbst 1937 wurde es wieder für kurze Zeit aufgenommen.  Es bildete sich als 1. Fußballmannschaft eine Kombination aus Spielern von Kastellaun, Buch und dem Reichsarbeitsdienst. Es muss eine leistungsstarke Elf gewesen sein, spielte sie doch in einer Klasse, die der heutigen Bezirksklasse ähnlich ist. Die Mannschaft hatte Mitte August 1939 an einem Sportfest in Mörsdorf teilgenommen und wurde Turniersieger. Der Siegerpokal war eine Attrappe aus Karton infolge der für die Rüstung benötigten Metallvorkommen. Im Anschluss spielte sie ihr letztes Spiel am Sonntag vor Kriegsausbruch gegen die Mannschaft von Zell/Mosel.  

  

Mit dem 2. Weltkrieg endete jegliches Vereinsleben.

Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg

Ein Jahr nach Beendigung des 2. Weltkrieges gelang es dann sportbegeisterten Kastellauner Bürgern einen neuen Sporttreibenden Verein ins Leben zu rufen, dessen Möglichkeiten durch die damalige Besetzungsmacht stark eingeschränkt wurden. Da jedoch Nachbarorte noch nicht ihre Vereine wieder ins Leben gerufen hatten, gelang es eine spielstarke Elf zu formieren, die als beachtlicher Gegner geschätzt wurde; zu bemerken ist ein Ergebnis: Pokalspiel Trier 05 – VfL Kastellaun 3:1.  Es folgt ein Zusammenschluss der Vereine TuS Bell – VfL Kastellaun zu einer Spielvereinigung Bell-Kastellaun. Hier der größte sportliche Erfolg:  1. Mannschaft Meister des Bezirkes Hunsrück-Mosel.  

 

Dieser Vereinigung war kein langes Leben beschieden und nach ihrer Auflösung bildet sich wieder der Sportverein 1919 e.V. Kastellaun, unter dessen Namen die fußballbegeisterten Bürger Kastellauns bis heut zusammengeschlossen sind. Die Wiedergründung und Wiederaufnahme des Sportbetriebes war ein beschwerliches Unterfangen, hatte der neue Verein doch anfänglich insgesamt nur 65 aktive und inaktive Mitglieder. Seine spielerischen Erfolge waren demgemäß auch spärlich, dennoch wurde sofort nach Wiederbeginn die gesamte Kraft dem Aufbau der verschiedenen Jugendabteilungen gewidmet. Der Lohn war die Erringung verschiedener Kreismeisterschaften. Faustball und leider auch Leichtathletik wurden längst nicht mehr betrieben, als neue Sportart begann das Tischtennisspiel. Hier kam die entsprechende Abteilung zu beachtlichen Erfolgen.  Das Jahr 1958 brachte dann den vollkommenden Stillstand im Vereinsgeschehen des Sportvereins Kastellaun. Der gemeindeeigene, einst in Eigenleistung der Angehörigen des Vereins erstellte Sportplatz oberhalb des Bahnhofes Kastellaun, wurde für den Neubau eines Molkereigebäudes benötigt. Ein Ausweichplatz war nicht vorhanden und so kam jeder Sportbetrieb zum Erliegen.

Wiedergründung

Acht lange Jahre konnten Sportbegeisterte keinen Fußballsport im Ort Kastellaun betreiben, bis das von der Gemeinde erbaute Stadion 1966 dem Verein zur Verfügung gestellt werden konnte. 

 

Der Verein nahm sofort seine Tätigkeit wieder auf. Bei der Wiedergründungsversammlung am 25. Juni 1966 wurde ein neuer Vorstand gewählt und zwar mit den Herren:

 

Hans Josef Hild - 1. Vorsitzender

Heinrich Libardoni - 2. Vorsitzsender

Werner Mohr - Geschäftsführer

Helmut Kalbitzer - Kassierer

 

Auch hier war es nur eine geringe Anzahl von Mitgliedern (63), die zur Verfügung standen. 

Dank der Mitarbeit vieler Vereinsangehöriger, insbesondere in der Jugendarbeit, kann der Verein seit seiner Wiedergründung auf seine Erfolge stolz sein. 

 

Mit der Errichtung des neuen, modernen Stadions wurde der sportlichen Betätigung in diesem aufstrebenden Ort neuer Auftrieb gegeben. Die sportlichen Erfolge wurden immer größer. 

 

1969: 50-jähriges Jubiläum des Vereins. Man hat 430 Mitglieder – 2 Seniorenmannschaften, 1 AH-Mannschaft, 2 Jugendmannschaften und 6 Schüler-Mannschaften. 

Die letzten 35 Jahre im Zeitraffer:

1984: Der Verein hat den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. Der Zustrom ist sehr groß was natürlich mit dem Erfolg der 1. Mannschaft zu tun hatte.

 

1986: Abstieg aus der Bezirksliga in die A-Klasse. Viele Sportler verlassen den Verein. In der nächsten Saison stieg man sogar in die B-Klasse ab. Aber nicht nur die Spieler verließen den Verein, sondern durch interne Querelen legte der 1. Vorsitzende und der Jugendwart das Amt mit sofortiger Wirkung nieder. 1987: Bei der Jahreshauptversammlung gelang es, mit Hans-Werner Molitor einen neuen 1. Vorsitzenden zu finden. Galt es doch diesen Traditionsverein am Leben zu erhalten. Mit dem neuen Vorstand kam dann Ruhe in den Verein und auch sportlich hat man sich wieder gefestigt. 1989: Wiederaufstieg in die A-Klasse. 

 

1991: Die 2. Mannschaft wird aus dem Spielbetrieb ausgeschlossen, die 1. Mannschaft steigt in die B-Klasse ab. 1992: Die 2. Mannschaft nimmt den Spielbetrieb in der D-Staffel Mosel wieder auf. Der Verein hat somit insgesamt 13 Mannschaften im Kampf um Punkte.   

 

1993: Die 1. Mannschaft wird Zweiter in der Kreisliga B-Nord und gewinnt die Relegation zur Kreisliga A mit 4:0 Punkten. Da aus den oberen Spielklassen in der Relegation aber alle Vereine abstiegen, konnte unsere Mannschaft nicht aufsteigen. 

 

1994: Wieder wird die 1. Mannschaft Zweiter in der Kreisliga B-Nord. Die Relegation beendet man mit 3:1 Punkten und schafft damit den Wiederaufstieg in die Kreisliga A. 

 

75-jähriges Jubiläum des Vereins 

 

1996: Abstieg in die Kreisliga B. Hans-Werner Molitor beendet seine Vereinstätigkeit als 1. Vorsitzender. Die Jahreshauptversammlung wählt Alwin Nissen zum neuen Vorsitzenden. Nach Jürgen Wittelsberger übernimmt Manfred Kleinmann die junge Truppe als Trainer in der Kreisliga B Staffel Nord. 

 

1997: Einteilung der 1. Seniorenmannschaft in die Kreisliga B Süd. Spatenstich zum Bau des neuen vereinseigenen Stadions an der Graf-Moltke Straße, im Anschluss an den Schützenplatz.  Mit Unterstützung von Alfred Müllers führt der SVC eine internationale Jugendbegegnung durch, Bei uns zu Gast sind 20 Jugendliche und 2 Betreuer aus Wolgograd. Die Besuchergruppe hat Erde eines deutschen Soldatenfriedhofes aus Russland mitgebracht, die mit einem Kranz unter dem Motto „Versöhnung über den Gräbern“ niedergelegt wurde. 1998: Die Mischung aus jungen und routinierten Spielern hat Erfolg. Man spielt in der Kreisliga B Nord ganz oben mit. 

 

1999: In der Jahreshauptversammlung des Vereins wird Alwin Nissen als 1. Vorsitzender im Amt bestätigt. Der Verein wird 80 Jahre alt.  Zum Saisonbeginn 1999/2000 verlässt Manfred Kleinmann als Trainer den Verein. Sein Nachfolger wird Heinz Napp. Er übernimmt aufgrund vieler Spielerabgänge ein schweres Amt. Die bisherige 2. Mannschaft wird abgemeldet und spielt in der neu formierten 1. Mannschaft. 

 

2000: Abstieg in die Kreisliga C, Udo Reichel übernimmt die 1. Mannschaft.   

 

 

2003: Im dritten Anlauf gelingt der Wiederaufstieg unter Trainer Heinz Napp in die Kreisliga B, eine 2 Mannschaft nimmt auch wieder am Spielbetrieb teil. 

 

2005: Unter Oliver Wendling gelingt der 1. Mannschaft nicht nur der Aufstieg in die Kreisliga A, auch konnte man sich beim Hallenmasters in Simmern den Titel sichern (erste Kreisklassen Mannschaft und bis heute einzigem B-Ligisten dem dieses gelang). 

 

Georg Heyer übernimmt von Alwin Nissen das Amt des 1. Vorsitzenden. 

 

2006: Man etabliert sich in der Kreisliga A – und beendet unter Joseph Vogel die Saison als Aufsteiger im oberen Drittel der Tabelle.

 

2007: Die seit langem beste Saison der 1. Mannschaft wird als 4. Der Kreisliga A abgeschlossen, leider beenden nach der Saison einige Spieler ihre Kariere in der 1. Mannschaft. 

 

2008: Im Herbst 2007 übernimmt Andreas Weber das Traineramt von Joseph Vogel, der Abstieg aus der Kreisliga A konnte am vorletzten Spieltag durch einen Sieg gegen den direkten Konkurrenten
(SG Unterkülztal) verhindert werden. 

 

2009: Abstieg in die Kreisliga B, Stefan Heyer übernimmt als Trainer die 1. Mannschaft. Die Stabilisierung und Aufbau der neuen Mannschaft beginnt. 2010: Der Abstieg in die Kreisliga C, kann erst in der Relegation verhindert werden.  Man konnte insgesamt die letzten 7 Spiele der Saison (4 Meisterschaftsspiele und 3 Relegationsspiele) gewinnen, wodurch der fast sichere Abstieg noch verhindert wurde. 

 

2013: Patrick Dünwald übernimmt das Amt des 1. Vorsitzenden von Georg Heyer. Stefan Heyer beendet nach 4 Jahren seine Tätigkeit als Trainer der Seniorenabteilung und übergibt an Serdar Daldaban das Traineramt. Die 1. Mannschaft hat sich in der oberen Tabellenhälfte der Kreisliga B stabilisiert.

 

2014: Daniel Ank wird Trainer der 1. Mannschaft, die Mannschaft scheitert knapp am Aufstieg in die Kreisliga A. 

 

2017: Uwe Erdle übernimmt das Traineramt beim SVC nach einer starken Rückrunde, bei der man sich vom Tabellenende bis in das obere Tabellendrittel spielte!  Leider stürzte die Mannschaft in der folgenden Saison komplett ab und der Abstieg in die Kreisliga C konnte leider nicht verhindert werden. Auch wurde vor der Saison 2017/2018 die 2. Mannschaft abgemeldet.

 

2018: Gründung einer SG mit dem TuS Uhler, zur Sicherstellung des Seniorenspielbetriebes. Trainer Sascha Krug führte die SG Kastellaun/Uhler zum souveränen Staffelsieger, leider musste die Mannschaft außer Konkurrenz spielen und war somit nicht aufstiegsberechtigt. 

 

2019: 100-jähriges Jubiläum des Vereins 

Vorsitzende des Sportverein 1919 Kastellaun e.V.

1919 – 1921 - Peter Orth

1921 – 1922 - Wilhelm Faller

1922 – 1933 - Wilhelm Dohm

1933 – 1937 - Keine Vereinstätigkeit

1937 – 1939 - Johann Schneider

1939 – 1946 - Keine Vereinstätigkeit

1946 – 1947 - Fritz Schneider

1947 – 1948 - Julius Faber

1948 – 1949 - Friedrich Justen Bell

1949 –           - Erwin Michel Bell

1949 – 1950 - Hans Maino

1950              - Walter Thomas

1950 – 1956 - Hans Jesef Hild

1956 – 1957 - Toni Giernstein

1957 – 1958 - Helmut Dupuis

1958 – 1966 - Keine Vereinstätigkeit

1966 – 1983 - Hans Josef Hild

1983 – 1986 - Hans Georg Brinkmann

1986 – 1987 - Kein 1. Vorsitzender

1987 – 1996 - Hans Werner Molitor

1996 – 2005 - Alwin Nissen

2005 – 2013 - Georg Heyer

2013 – 2018 - Patrick Dünwald

2018              - Kein 1. Vorsitzender 

Spielplätze des SVC Kastellaun 1919 e. V.

Ab Spielort
1921 Fußballwiese auf dem „Dorrebruch“ – dort nur kurze Zeit, dann Fußballwiese unterhalb der Bahnanlage, ungefähr dort, wo sich heute die Grundschule befindet – dort ebenfalls nur kurze Zeit 
1922 Fußballwiese auf der „Spesenrother Heide“ (ca. 35 Min. Fußweg) 
1924 Sportplatz oberhalb des Bahnhofes (Gelände der alten Molkerei). Der Platz wurde in Eigenleistung von den Mitgliedern erstellt Der Fiskus kündigte jedoch kurzfristig den mit der Gemeinde geschlossene Pachtvertrag, so daß ein neues Sportfeld geschaffen werden musste 
1926 Sportplatz unterhalb des Bahnhofes (heute Pestalozzistraße) 
1929 Sportplatz wieder oberhalb des Bahnhofes.  Durch Einsatz der damaligen Gemeindevertretung konnte der Verein wieder den selbst gebauten Platz benutzen. Diese Benutzung hielt an bis
1958 Neubau der Molkerei auf dem Sportgelände 
1966 Seit August 1966 bis 1999 wird das Stadion „Rote Erde“ am Schulzentrum Kastellaun genutzt. Noch heute ist es der Ausweichplatz unseres Vereins 
1999 Eigener Rasenplatz des SVC Kastellaun an der Graf-Moltke-Straße